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Schulreinigung: Weniger Zeit, gleiche Fläche

Für viele Reinigungsunternehmen sind öffentliche Ausschreibungen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits können Aufträge der öffentlichen Hand sehr lukrativ sein. Andererseits sparen Kommunen aber gerade an der Reinigung in Schulen und Kitas immer mehr. Weshalb bei diesen Vergabeverfahren am Ende oft die Firma mit dem günstigsten Angebot den Auftrag bekommt.

Besonders problematisch: Anbieter, die selbst "Turboputzen" in Kauf nehmen, um die Konkurrenz unterbieten zu können. Dass diese Preispolitik gerade in Schulen keine Lösung sein kann, bekommen derzeit viele Städte zu spüren. Nach Protesten von Schülern, Lehrern und Eltern werden die Sparmaßnahmen nun zumindest in einigen Orten wieder überdacht.


Vergaberecht: Das 'wirtschaftlichste' Angebot kommt zum Zuge


Bei der Reinigung öffentlicher Gebäude wird immer häufiger und immer mehr gespart. Deshalb bekommt, so erstaunlich das klingen mag, oft die Firma den Reinigungsauftrag für eine Schule oder eine Kita, die schlichtweg das niedrigste Angebot abgegeben hat. Häufig gehen diese Sparmaßnahmen, insbesondere bei der Schulreinigung, jedoch auf Kosten der Sauberkeit.

Da nämlich am Tariflohn der Branche kein Weg vorbei führt, suchen sich viele Dienstleister andere Wege, um das günstigste Angebot abgeben zu können. Und so kommt es immer wieder vor, dass Unternehmen über Kürzungen der Arbeitszeit bzw. Erhöhung der Leistungszahlen an der Preisspirale drehen.


Schulreinigung: Gleicher Reinigungsumfang, weniger Geld


So wird bei der Kalkulation der zu reinigenden Flächen oft einfach weniger Zeit veranschlagt. In der Praxis bedeutet das, dass Firmen manchmal für die Reinigung einer Fläche statt drei nur noch zwei Stunden ansetzen. Und schon kann der Anbieter ein deutlich günstigeres Angebot abgeben als sein Konkurrent, der drei Stunden einplant.

Dass die Reinigungskräfte am Ende weniger verdienen und dass bei solchen Zeitkürzungen fast immer die Sauberkeit auf der Strecke bleibt, scheint dabei fast nebensächlich zu werden. Und so entstehen dann Werte wie in Hagen oder Wilhelmshaven, wo eine Stunde für mehrere Klassenräume mit einer Gesamtfläche von 300qm ausreichen muss, oder wo ein 55,5qm großes Klassenzimmer in 8,33 Minuten gereinigt werden soll.


Proteste führen vereinzelt zum Umdenken


Die nahezu logische Konsequenz dieser Sparmaßnahmen: An immer mehr Orten in Deutschland sind zuletzt Mängel bei der Reinigung an öffentlichen Schulen deutlich geworden. Vielerorts fordert also die Vergabe der Reinigungsaufträge an Dienstleister mit unrealistischen Leistungszahlen ihren Tribut. Missstände bei der Sauberkeit an Schulen traten in Kiel und Potsdam ebenso zutage wie in Leverkusen und Bad Homburg.

An manchen Orten scheinen die daraufhin entstandenen Proteste von Schülern, Lehrern und Eltern mittlerweile Wirkung zu zeigen: So überdenkt die Stadt Lüdenscheid z. B. derzeit die Sparmaßnahmen, die sich auf insgesamt 300.000€ belaufen. Anfang des Jahres waren hier deutliche Mängel bei der Reinigung der örtlichen Schulen festgestellt worden. Und auch Gütersloh stockt das Budget für die Schulreinigung nun um 305.000€ auf.

Die Reinigungsintervalle und -standards sollen vor allem der intensiveren Nutzung der Schulgebäude Rechnung tragen. Häufig werden Ganztagsschulen noch in ähnlicher Intensität und Häufigkeit gereinigt wie früher, als Schülerinnen und Schüler nur bis 13 oder maximal 15 Uhr die Schulbank drückten.


Kürzungen nicht auf dem Rücken der Reinigungskräfte austragen


Zu hoffen bleibt, dass immer mehr Verantwortliche in Städte und Kommunen einsehen, dass Sparbeschlüsse bei der öffentlichen Reinigung nicht auf dem Rücken der Reinigungskräfte ausgetragen werden dürfen. Günstige Angebote mit hohen Leistungszahlen sollten daher äußerst kritisch hinterfragt, Richtwerte wie von der RAL Gütegemeinschaft Gebäudereinigung e. V. wiederum unbedingt beherzigt werden.

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